Reportage: 24 Std. Feuerwehr

Es heißt „Antreten“ an diesem grauen Silvestermittag. Jede Wachabteilung beginnt den Dienst mit einer Besprechung. Sachlich werden die Abläufe der vergangenen und kommenden 24 Stunden vom Zugführer angesprochen. Die Männer der Wachabteilung verteilen sich in der Fahrzeughalle.

Prüfend schweifen die Blicke über Schläuche, Generatoren, Schubfächer mit Kleinteilen und Verpackungen. Sorgsam wird die Fahrzeugtechnik inspiziert und die persönlichen Gerätschaften zurechtgelegt. Die Ausrüstung ist einsatzbereit. Die schwarz-gelbe Einsatzkleidung, Helm und Stiefel hängen in der Halle neben den Fahrzeugen. Es wird ruhig in der sauberen Halle in der alles einen festen Platz hat.

Je nach Einsatz werden verschiedene Fahrzeuge der Wachabteilung von der Einsatzleitstelle ausgesandt. Das HLF (Hilfeleistungslöschfahrzeug) ist fast immer dabei. Nur die Rettungswagen werden noch öfter gefordert. „ALARM für den ersten Zug“, knistert es aus dem Lautsprecher. Schon schieben sich die Rolltore nach oben. Es ist tief schwarz hinter den Scheiben der Einsatzfahrzeuge. Während der Nachtfahrt zum Einsatzort werden die Informationen vom Einsatzleitdienst vervollständigt. „Ein Kellerbrand“, krächzt der Lautsprecher. Nichts ungewöhnliches an einem Silvestertag. Über enge Straßen fahren die Fahrzeuge zum Einsatzort.

Die Flammen züngeln durch das Kellerfenster als die Feuerwehrleute eintreffen. Die ersten beiden Männer des Angriffstrupps sind bereits mit Schläuchen in den Keller unterwegs. Mit schnellen Schritten folgt der Zugführer. Im Hintergrund wird die Maschinenleistung der Wasserpumpen erhöht und die dicken Schläuche straffen sich. Beissender Qualm behindert die Löscharbeiten und treibt die Bewohner aus ihrem Haus. Während im Keller das Feuer nach einiger Zeit kleiner wird, feiern Menschen an der Oberfläche den Jahreswechsel mit Knallern und Feuerwerk. Nicht mehr ganz nüchtern staunen ein paar Schaulustige über die Beleuchtung, versuchen sich zu unterhalten, doch es ist laut. Pumpen, Motoren und ein Gebläse das den Qualm aus dem Haus saugt, lassen nur Schreien oder Schweigen zu.

Der verkohlte Kellerraum wird von einem Feuerwehrmann kontrolliert. Er hält eine Wärmebildkamera in den Händen und schwenkt über dampfende Holzstücke und verbranntes Mobiliar. Zwei kurze Sprühstrahlen löschen ein letztes Glutnest. „Feuer aus!“, heißt es kurz. Es ist 2.30 Uhr und nicht der letzte Einsatz. Frohes Neues Jahr!

[sthumbs=29|21|20|28|27|26|25|24|23|22,200,4,n,center,]